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Oder auch: die Kunst des Selbstverletzens

Der Fußball ist so groß, so ausgiebig wird darüber berichtet, man denkt man hat schon alles gesehen. Doch weit gefehlt. Beim Afrika Cup, der derzeit in Gabun läuft, gab es mal wieder einen Moment für die Ewigkeit. Beim Spiel Senegal gegen Algerien musste man zwei Mal hinsehen, um das zu checken. Kurz vor Ende des Spiels wird es nochmal eng, 2:2 der Spielstand, Senegal im Moment weiter und Algerien als Gruppendritter raus. Für eine kleine Verschnaufpause griff  Torwart Khadim N’Diaye nun ganz tief in die Trickkiste der Zeitspiel-Aktionen.

Abstoß Senegal, N'Diaye läuft an, beim dritten Schritt tritt er sich selbst in die linke Wade. Wie bei einer Blutgrätsche geht er sofort zu Boden und liegt mit schmerzverzehrtem Gesicht auf selbigen. Er greift sich an die Wade, die Teamärzte eilen ihm zu Hilfe und beginnen, den scheinbar Schwerverletzten zu behandeln. Nach Zeitlupen aus jedem Winkel des Stadions rappelt sich der Übeltäter auf und läuft wie ein junges Reh zum Abstoß. Kurz darauf ist die Partie vorbei. Algerien beendet das Kapitel Afrika Cup 2017 und der Senegal trifft im Viertelfinale auf Kamerun.