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Formel 1 verliert Rennstall - Manor ist Geschichte

Manor Racing insolvent - F1 nur noch mit 10 Teams

Bis zuletzt hat man alles versucht, das in Insolvenz befindliche Formel1-Team von Manor noch weiterzuführen. Doch die Verhandlungen mit potentiellen Käufern sind letztlich nun doch gescheitert.

Der Insolvenzverwalter der maroden Formel-Truppe konnte nichts mehr ausrichten und hat nun die endgültige Abwicklung des Team angeordnet, der Betrieb wird zum Monatsende eingestellt. Damit trifft die Formel1 ein harter Schlag – mit dem Verschwinden von Manor werden beim Saisonauftakt der Formel 1 lediglich noch 20 Autos den Weg in die Startaufstellung finden.

„Es ist tief enttäuschend, dass das Team nun seine Toren schließen muss“, so Verwalter Geoff Rowley nach der Entscheidung. „Manor ist im britischen Motorsport ein großer Name und hat in den letzten zwei Jahren viel erreicht“.

Der Rennstall von Manor durchlebte in seinen Formel1-Jahren einige Veränderungen. Ursprünglich betrat man im Jahr 2010 die Bühne als Virgin Racing, nach einem Besitzerwechsel musste man bereits im Herbst 2014 unter dem Namen Marussia Insolvenz anmelden – nun ist der Ofen endgültig aus.

Millioneneinnahmen fehlen

Dabei sah es in der Saison 2016 lange nach eine Zukunft für Manor aus. Dank eines WM-Punktes des deutschen und Mercedes-Nachwuchsfahrers Pascal Wehrlein lag man bis kurz vor Saisonende auf Platz 10 der Konstrukteursmeisterschaft – das wäre gleichbedeutend mit Prämien in Millionenhöhe gewesen. Doch als beim Großen Preis von Brasilien Felipe Nasr für Sauber zwei WM-Zähler einfuhr, zog man an den Briten vorbei, die das nun entstandene finanzielle Loch nicht mehr schließen konnten. Weitere Punkte konnte man trotz technischen Fortschrittes und Mercedesmotor nicht mehr holen.

Tragische Formel1-Historie

Der Name von Manor in der Formel 1 bleibt einem vor allem wegen Jules Bianchi im Gedächtnis. Der Franzose war der erste Pilot, der für die Mannschaft WM-Punkte einfahren konnte. 2014 fuhr er beim Großen Preis von Monaco auf Rang 9 – für die damals als Marussia Racing angetretene Truppe ein Erfolg, der ähnlich wie bei anderen ein Sieg gefeiert wurde. Am Steuer seines Marussia-Bolidens verunglückte Bianchi Anfang Oktober 2014 aber beim Großen Preis von Japan derartig schwer, dass er nach neun Monaten im Koma im Juli 2015 den Folgen seiner erlittenen Verletzungen erlag.

Die Geschichte von Manor in der Formel 1 war von kurzer Dauer und hat leider kein versöhnliches Ende. Sie zeigt die Probleme der kleineren Teams und für Neueinsteiger in der Formel 1 aber wieder einmal auf, nun ist es an den neuen Besitzern von Liberty Media, den Nachfolgern von Bernie Ecclestone, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen.

An dieser Stelle wollen wir ins an Jules Bianchi erinnern, die für die Formel1-Mannschaft die ersten WM-Zähler einfahren konnte, leider in diesem Boliden aber auch den Tod fand: