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Deutscher Formel-Nachwuchs – wo ist der nächste Weltmeister?

Welcher deutsche Pilot schafft es in die Formel1?

Wenn die Formel 1-Saison 2017 Ende März im australischen Melbourne startet sind noch drei deutsche Piloten im Feld. Sebastian Vettel bei Ferrari, Nico Hülkenberg bei Renault und Pascal Wehrlein bei Sauber. Das sah vor einigen Jahren noch anders aus, bis zu sieben Fahrer aus Deutschland gingen vor einiger Zeit noch an den Start. In den letzten Jahren haben es aber immer weniger Piloten aus den Nachwuchs-Formeln in die Formel 1 geschafft.

Unterhalb der Formel1 fungiert die GP2-Rennserie als Unterbau und Nachwuchslieferant, so ist zumindest die Theorie. In der Praxis tun sich Piloten aller Länder schwer, hier den nächsten Schritt zu gehen. Max Verstappen kommt beispielsweise aus der Formel 3, lediglich Stoffel Vandoorne hat es über den Umweg der Super Formula in Japan aus der GP2 in die Formel1 geschafft. Deutsche Piloten sind hier allerdings Fehlanzeige. Im letzten Jahr war Marvin Kirchhöfer noch für die Mannschaft von Carlin am Start. Doch auch in der GP2 spielt das Geld eine entscheidende Rolle. So macht es einen immensen Unterschied, bei welchem Rennstall man unterkommt.

Maximilian Günther – Mercedes Junior

Es verbleiben augenscheinlich drei Piloten, die irgendwann den Weg in die Königsklasse gehen könnten. Da wäre zum einen der 19-Jährige Maximilian Günther, der nach seinem 2. Gesamtrang in der Formel 3-Euroserie dieses Jahr als Test-und Ersatzfahrer bei Mercedes in Sachen DTM zum Einsatz kommen wird. Dazu schnürt man aktuell noch ein Programm, so dass der Youngster in Sachen Formelsport am Ball bleibt. Mit Mercedes im Rücken wäre er einer der Kandidaten, der es schaffen könnte. Ohne einen Hersteller oder einen Förderer wie Red Bull geht es die Karriereleiter selten weit rauf, das hat sich in den letzten Jahren gezeigt.

Marvin Kirchhöfer – Endstation GP2?

Marvin Kirchhöfer

Der 22-Jährige Leipziger Kirchhhöfer musste sich in der GP2 im vergangenen Jahr jenseits der Top-Teams mit einer Art Statistenrolle begnügen und konnte nicht wirklich auf sich aufmerksam machen und noch ein Jahr Hinterherfahren für großes Geld hat der junge Mann nicht vor und verabschiedet sich für 2017 aus dem Formelsport in Richtung Wagen mit Dach. 2017 tritt er in der ADAC GT Masters-Serie in einem Mercedes AMG GT3 an, die Formel-Karriere scheint vorbei. Für jemand, der den deutschen Formel 3-Cup gewinnen konnte und in der international stark besetzten GP3-Serie zweimal Gesamtdritter wurde, mehr als schade. In der kommenden Saison wird er nun einen 550PS starken Mercedes-AMG GT steuern und sein Können im GT Sport unter Beweis stellen. Für welches Team genau und welchen Teamkollegen er bekommen wird, steht noch nicht fest.

Mick Schumacher – ein Name, der verpflichtet

Mick Schumacher

Ein Name darf im Formelsport nicht fehlen. Mick Schumacher, Sohn des siebenmaligen Rekord-Formel 1-Weltmeisters, geht 2017 den nächsten Karriereschritt und wechselt nach zwei Jahren in der Formel 4 zum italienische Erfolgsrennstall Prema in die Formel 3-Euroserie. Der Youngster hat sicher die Bürde eines mehr als großen Namens, doch talentiert ist er zweifelsfrei. Der Name wird ihm am Ende doch wieder hilfreich sein können, um voran zu kommen.

David Beckmann – jung und schnell

Die Hoch-Zeit des Formelsports hier zu Lande, als man sich über mangelnden Formelnachwuchs nicht beklagen konnte, ist längst vorbei. Talent ist nach wie vor genug vorhanden, doch den Sponsoren sitzt das Geld längst nicht mehr so locker. So müssen Träume von der Formel 1 schon früh begraben werden. Einer, der diesen Traum aber noch träumt, ist der erst 16-Jährige David Beckmann, der 2016 als weltweit jüngster Formel 3-Pilot sein Debüt in der Nachwuchsserie gab und schon einmal aufs Podest kam. Zu Kartzeiten war er oft mit und gegen Mick Schumacher unterwegs, meist mit dem besseren Ende für ihn. Der Hagener trifft nun 2017 erneut auf seinen Landsmann in der Formel 3 Euroserie, jetzt auch offiziell als Red Bull Junior. Der Getränkedosenhersteller weiß in Sachen Motorsport, wo das Talent sitzt.

David Beckmann (links)

Wer in der Formel 3 auf sich aufmerksam machen und behaupten kann, der hat gute Chancen auf den nächsten Schritt. Die Formel 1 ist dann nicht mehr weit und auch wenn der Weg steiniger geworden ist, hat Deutschland immer noch reichlich Talent im Formelsport zu bieten.