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WM 2030 in Nordkorea?

Südkorea will mit einer Annäherung an das Nachbarland auch politisch ein Zeichen setzen!

Der Fußball bringt bekanntlich Völker zusammen. So feiern zu jeder Weltmeisterschaft Fans aller Nationen friedlich das größte Fußballfest des Planeten. Ob er auch die Differenzen zweier Länder zusammenbringt, die unterschiedlicher nicht sein können? Das will Südkoreas Präsident herausfinden und die Weltmeisterschaft 2030 gemeinsam mit Nordkorea austragen.

"Wenn die Nachbarstaaten in Asiens Nordosten rund um Nord- und Südkorea die Weltmeisterschaft gemeinsam austragen könnten, würde es helfen, Frieden zu bringen. Ich würde mir wünschen, dass auch FIFA-Präsident Gianni Infantino daran Interesse hat", gab ein Regierungssprecher bekannt. Er handelte dabei im Namen von Südkoreas Präsident Moon Jae-in. Der linksliberale Moon hatte im Mai sein Amt mit dem Vorsatz angetreten, wieder stärker auf das international weitgehend isolierte Nordkorea zuzugehen. Die Lage in der Region ist nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt.

Auch Infantino zeigte sich aufgeschlossen. Bei seinem Besuch in Südkorea im Rahmen der U20-Weltmeisterschaft versprach er das Anliegen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping vorzutragen. Dass Südkorea ein guter Gastgeber sein kann, haben sie 2002 bei der gemeinsamen WM-Austragung mit Japan bewiesen. Im kommenden Jahr findet dann vielleicht so etwas wie eine Generalprobe für die Bewerbungsphase zur WM 2030 statt. Als Gastgeber der olympischen Winterspiele in Pyeongchang will man die bisher boykottierenden Nordkoreaner noch dazu bewegen, an ihren Spielen teilzunehmen. Gibt es diesen Schritt nicht, wird eine Bewerbung der beiden Länder für eine Fußball-Weltmeisterschaft sehr unrealistisch.

Bis zu einer möglichen WM 2030 in Nordostasien finden erstmal die Turniere in Russland (2018) und in Katar (2022) schon fest terminiert statt. Für 2026 ist die gemeinsame Kandidatur der USA, Kanadas und Mexikos derzeit ohne Konkurrenz. Für 2030 gelten bislang China und Argentinien/Uruguay als Optionen.