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Helden der Formel 1 – Gilles Villeneuve

+++ Er war ein Superstar ohne WM-Titel – der Kanadier war einer der spektakulärsten Piloten aller Zeiten +++

Es gibt wenige Fahrer der Königsklasse, die so unvergessen sind wie Gilles Villeneuve. Der Kanadier war Ende der siebziger Jahre einer der Superstars der Formel 1 und der Inbegriff von Mut und Schnelligkeit. Bis zum Mai 1982, als er in der Qualifikation für den Großen Preis von Belgien bei einem tragischen Unfall sein Leben ließ.

Seine spektakuläre Fahrweise, oft ungestüm und wild, ist heute noch legendär. Für einen Weltmeistertitel hat es in seiner viel zu kurzen Laufbahn in der Formel 1 nicht gereicht, doch an seine Auftritte in Diensten von Ferrari wird sich weitaus mehr erinnert als an so mache Champions der vergangenen Jahrzehnte.

Vom Schneemobil bis in die Formel 1

Villeneuve wurde im Januar 1950 im französischsprachigen Teil von Kanada geboren. Sein Einstieg in die Welt des Motorsports kann man sicher als ungewöhnlich bezeichnen, denn er war zunächst einmal bei Schneemobilrennen sehr erfolgreich.

Parallel dazu sammelte er in der Dragster-Szene erste Erfahrungen im Motorsport, bevor es ihn endgültig auf die Rundstrecke zog. Sein Ziel war die nordamerikanische Formel Atlantic, wo er ab 1974 an den Start ging. Nach zwei Lehrjahren fuhr er 1976 und 1977 Titel und Meisterschaften ein und schon wurde die Formel 1 auf ihn aufmerksam.

Beim Großen Preis von Großbritannien 1977 gab er bereits sein Debüt in der Königsklasse. Villeneuve erhielt einen dritten McLaren, übrigens auf Empfehlung von James Hunt. Der Kanadier bekam ein älteres Modell als seine beiden Teamkollegen, wusste aber dennoch zu begeistern.

Vor allem einen konnte der junge draufgängerische Villeneuve überzeugen. Enzo Ferrari wurde auf den Einsteiger aufmerksam und war sofort von seinem Talent überzeugt. So saß Villeneuve in der gleichen Saison für die verbliebenen zwei Rennen des Jahres in einem Ferrari. Selten hat es für einen Fahrer wohl so wenig Anlauf gebraucht, um beim Traditionsrennstall zu landen.

Aufstieg zum WM-Kandidaten

Gilles Villeneuves Karriere in der Formel 1 ging auch im Folgejahr bei der Scuderia Ferrari weiter. Nachdem er zu Saisonbeginn einige Ausfälle zu verkraften hatte, gewann er das letzte Rennen des Jahres, zugleich sein Heim Grand Prix auf der Ile Notre-Dame in Montreal. Die Strecke wurde später in Circuit Gilles Villeneuve umbenannt.

Villeneuves Angriff auf die WM-Krone nahm 1979 dann schon deutlichere Formen an. Mit drei Grand-Prix-Siegen musste er sich am Saisonende aber letztlich knapp gegen seinen Teamkollegen Jody Scheckter mit 47 zu 51 Punkten geschlagen geben.

In den Folgejahren geriet Ferrari aber technisch ins Hintertreffen und Villeneuves WM-Ambitionen erhielten einen herben Rückschlag. Erst 1981 ging es langsam wieder aufwärts, als der Kanadier zwei Siege einfahren konnte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass sein Erfolg beim Großen Preis von Spanien in dieser Saison sein letzter Sieg gewesen sein sollte.

Das jähe Ende – Tragödie in Zolder

1982 hatte Villeneuve endlich wieder einen Boliden, um ganz vorne mitfahren zu können. Doch zu seinem Teamkollegen Didier Pironi entwickelte sich schnell eine intensive Rivalität.

Der Höhepunkt erreichte das Duell der beiden Ferrari-Stars beim Großen Preis von Imola. Um Sprit zu sparen sollten beide etwas an Geschwindigkeit herausnehmen, zu diesem Zeitpunkt lagen die Roten vorne, Villeneuve vor Pironi.

Doch der Franzose brach diesen Nichtangriffspakt und schnappte sich Villeneuve kurz vor Ziel und sicherte sich den Grand-Prix Sieg. Der Kanadier sprach daraufhin mit seinem Teamkollegen kein Wort mehr.

Noch unter den Eindrücken von Imola ging es ins belgische Zolder. In der Qualifikation wollte Villeneuve sich auf keinen Fall Pironi geschlagen geben. Auf einer schnellen Runde lief er auf den langsam fahrenden March-Boliden des Deutschen Jochen Mass auf. Der wollte ihm die Ideallinie freigeben und es kam zum tragischen Missverständnis.

Villeneuve zieht ebenfalls rüber und mit weit über 200 km/h knallt der Ferrari auf den Konkurrenten. Der Ferrari des Kanadiers wird in die Luft geschleudert und zerbricht. Gilles Villeneuve ist danach sofort tot, 1982 hatte man bei einem Unfall dieser Art keine Chance zu Überleben.

Villeneuves oft wilde Fahrweise und seine pure Geschwindigkeit machen ihn in der Historie der Formel 1 unvergessen. Jahre später tauchte mit seinem Sohn Jacques der Name wieder in der Königsklasse auf. Der erreichte im Jahr 1997 das, was seinem Vater nicht vergönnt war, den Gewinn der Weltmeisterschaft.