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Helden der Formel 1 – James Hunt

+++ Der Playboy der Königsklasse +++

James Hunt war wahrscheinlich die schillerndste Figur, die die Formel 1 jemals erlebt hat. Hunt genoss in seiner Formel 1-Zeit das Leben in vollen Zügen wie kein anderer. In der heutigen Zeit ist ein Auftreten wie das des Briten kaum noch vorstellbar.

Zwischen Party und Rennstrecke – Hunts ungewöhnlicher Weg in die F1

Zwischen den Jahren 1973 und 1979 ging der Engländer bei 92 Rennen an den Start, hier liegen viele Piloten deutlich vor ihm. Doch obwohl Hunt sich nur mit 10 Grand Prix-Siegen in die Geschichtsbücher der Formel 1 eintrug, bleibt er als echter Exot in Erinnerung.

Hunt war einer der charismatischsten Persönlichkeiten, die die Königsklasse je gesehen hat. Ein exzessiver Lebensstil abseits der Rennstrecke und beeindruckend im Rennwagen.

Die Karriere von James Simon Wallis Hunt, so sein vollständiger Name, begann mit Clubrennen am Steuer eines Minis, bevor er 1968 in der Formel Ford an den Start ging und anschließend in die Formel 3 wechselte.

Seine Zeit in der Formel 3 war durchwachsen, nicht immer gerade mit dem besten Material unterwegs, oft schnell, aber häufig auch neben der Piste. Hier fand er aber den Weg zum Team von Hesketh Racing. Der englische Lord Hesketh passte mit seinem Stil ganz zum Playboy-Image von Hunt. Egal, wie das Ergebnis ausfiel, im Fahrerlager gab es hier regelmäßig Champagner zu trinken.

Mit der Mannschaft wechselte James Hunt in die Formel 2, doch der Durchbruch blieb ihm verwehrt. Da der Teameigner sich ebenfalls in der Formel 1 sah, entschied dieser sich recht schnell zum Wechsel in die Königsklasse des Motorsports.

Zu Beginn seiner Formel 1-Zeit vertraute der Rennstall mit dem jungen Wilden am Steuer auf Kundenautos. Bei einem nicht zur WM zählenden Lauf feierte James Hunt sein Debüt in der Formel 1 und das mehr als beachtlich. Zwar fielen einige Spitzenfahrer aus, doch Rang Drei konnte sich immer noch mehr als sehen lassen.

Erstmals bei einem WM-Lauf ging Hunt im gleichen Jahr in Monaco an den Start, mittlerweile vertraute man auf einen Boliden der Firma March. Hunt wusste in der Folge überzeugen und erreichte als beste Resultate die Plätze 4, 3 und 2. Das hatte man vom Neuling in seinem ersten Jahr nicht erwartet.

Für die Saison 1974 konstruierte man einen vielversprechenden eigenen, aber defektanfälligen Boliden, so dass für Hunt drei dritten Plätzen ganze neun Ausfälle gegenüberstanden. 1975 blieb die Kombination Hesketh und Hunt der Formel 1 erhalten, sogar stark verbessert. In diesem Jahr feierte der Engländer beim Großen Preis der Niederlande seinen ersten Sieg, im direkten Duell mit Niki Lauda, den er knapp schlug. Ein Vorgeschmack auf einen der größten Zweikämpfe der Formel 1-Historie.

1976 – Das Jahr des Duells Hunt gegen Lauda

Nach Rang vier in der WM-Wertung des Vorjahres stand James Hunt plötzlich ohne Cockpit da. Hesketh Racing benötigte Sponsoren, fand aber nicht ausreichend Unterstützung, auch dem Image der Mannschaft als Party-Truppe geschadet.

Doch bei McLaren, einem der Top-Teams schlechthin, bot sich nach dem Weggang des Brasilianers Emerson Fittipaldi die Chance schlechthin für Hunt. Die Saison stand ganz im Fokus des Duells James Hunt gegen Niki Lauda und dem Zweikampf zwischen Ferrari und McLaren.

Zunächst hatten die Roten aus Maranello die Nase vorne, doch der Große Preis auf der Nordschleife des Nürburgrings änderte schlagartig die Lage. Niki Lauda verunglückte schwer, nach seinem Feuerunfall verpasste er zwei Rennen.

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Am Ende des Jahres kam es bei starken Regen in Fuji zu einem Showdown zwischen beiden. Lauda waren die Bedingungen zu riskant und er stellte seinen Boliden ab, während Hunt auf den letzten Drücker noch den dritten Rang erreichte und mit einem einzigen Punkt Vorsprung seinen einzigen WM-Titel gewann. Der Kampf der ungleichen Piloten schaffte es sogar 2013 in der Verfilmung Rush-Alles für den Sieg - auf die Leinwand.

Hunt hatte seinen Weltmeistertitel und damit sein großes Ziel erreicht. Zwar blieb er noch zwei Jahre beim Team von McLaren, ohne aber an den Erfolg anknüpfen zu können. 1979 wechselte er zu Wolf Racing, der Große Preis von Monaco war seine letzte WM-Station, danach verabschiedete er sich aus der Formel 1.

Trotzdem, Hunt bleibt eine Legende, ein Draufgänger, wie er im Buche steht, der eine guten Party und anderen Freuden nicht abgeneigt war, er lebte das Playboy-Image wie kein Zweiter. Schon seltsam, dass es den Engländer von uns nahm, als er es ruhiger angehen ließ.

Nachdem so langsam Ruhe in das Leben des Formel 1-Champions von 1976 einkehrte, hörte sein Herz im Juni 1993 auf zu schlagen. James Hunt wurde nur 45 Jahre, bleibt aber in der Welt des Motorsports unvergessen.