Earth

23.06.2010 – Historisches Bruderduell geht an Deutschland

+++ Mesut Özil entscheidet das Match per Traumtor +++

Mit Zittern, viel Mühe und einem Traumtor von Mesut Özil hat die junge deutsche Nationalmannschaft die extreme Drucksituation gegen Ghana gemeistert und 1:0 gewonnen. Nach dem satten Schuss des damaligen Bremers Özil in den Torknick (60.) vor 83.391 Zuschauern im Soccer City Stadion von Johannesburg sind auch die damals aufkeimenden Diskussionen um die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw erst einmal hinfällig geworden.

Die Angst vor einem Versagen schien der deutschen Mannschaft im Alles-oder-Nichts-Spiel lange Zeit die Beine zu lähmen, einer schob die Verantwortung auf den anderen, dann wurde ausgerechnet Özil noch Vorarbeit des jüngsten deutschen Spielers Thomas Müller zum Matchwinner. Der Bremer, der in der ersten Halbzeit eine Riesenchance ausgelassen hatte, jagte das Zuspiel des Münchners aus 18 Metern unhaltbar in den Torwinkel. Neun Minuten zuvor hatte nur eine Klasseparade von Torhüter Manuel Neuer gegen Andre Ayew im Spiel gehalten. Doch nicht nur da war Neuer zur Stelle, immer wieder musste er Fehler von Per Mertesacker ausmerzen, der sich eher als Risiko statt als Stütze entpuppte. Jerome Boateng hingegen, der auf der linken Abwehrseite anstelle von Holger Badstuber zum Zuge kam, lieferte in der Partie gegen das Team seines Halbbruders Kevin-Prince eine solide Vorstellung.

In der Offensive lief das deutsche Spiel alles andere als rund. Cacau als Vertreter des gesperrten Miroslav Klose und Lukas Podolski waren in ihren Aktionen zu ungenau. Und die Standardsituationen des DFB-Teams verpufften wie eh und je wirkungslos.

Bei den „Black Stars“ unterstrich Kevin-Prince Boateng, dass er in wenigen Wochen schon zum Leistungsträger seiner Mannschaft gereift ist. Der frühere Berliner, der mit seiner bösen Attacke Michael Ballack um die WM-Teilnahme gebracht hatte, war zentrale Anspielstation und leistete sich nicht ein einziges Foul.

Auch nach der Führung durch Özils Knaller spielten sich mehrfach bedrohliche Situationen vor Schlussmann Neuer ab, das Tor gab keine wirklich Sicherheit. Ihre Konter trug Löws Elf dagegen häufig überhastet vor und verpasste damit das alles entscheidende 2:0.

Doch danach fragt heute keiner mehr. Fußball-Deutschland atmete auf - und durfte sich nach dem Traumtor von Mesut Özil auf den Klassiker gegen England freuen.

Statistik:

Deutschland: Neuer, Friedrich, Mertesacker, Boateng (72. Jansen), Lahm, Schweinsteiger (81. Kroos), Khedira, Özil, Müller (68. Trochowski), Podolski, Cacau

Ghana: Kingson, Sarpei, Paintsil, John Mensah, Jonathan Mensah, Annan, Asamoah, Boateng, Gyan (81. Amoah), Tagoe (63. Muntari), Ayew (90. Adiyiah)

Schiedsrichter:  Simon (Brasilien)