Earth

Kerbers letzte Mission in 2016

Wird es der krönende Abschluss ihres perfekten Jahres?

Die Mission 2016 sollte ihr einen Grand Slam-Triumph bringen. Mit diesem klaren Ziel ging Angelique Kerber in die Saison. Und es wurde mehr als das. 2016 war das erfolgreichste Jahr im Sportlerleben der 28-Jährigen. Sie kämpfte sich in drei Grand Slam-Endspiele und gewann deren zwei, bei Olympia musste sie sich nur einer fabelhaft aufspielenden Monica Puig den Vortritt lassen. Dazu kommen noch ein weiterer Turniersieg beim „Heimturnier“ in Stuttgart und jede Menge weiterer Finalteilnahmen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Geht es nach den Statistiken des Jahres, führt bei den WTA-Finals kein Weg an Angelique Kerber vorbei.

Und es würde so märchenhaft in Kerbers außergewöhnliche Geschichte passen, wenn sie ihren Status als Weltranglisten-Erste bestätigt (auch bei drei Niederlagen in den drei Gruppenspielen kann sie nicht von der Spitzenposition vertrieben werden) und ihr Jahr mit ihrem dritten großen Titel krönt. Von Sonntag an spielt die Crème de la Crème der Branche in Singapur ihre Weltmeisterin aus. Die Wahl-Kielerin ist Favoritin, auch weil ihre ärgste Konkurrentin, Serena Williams, verletzungsbedingt absagen musste. Nur sie hätte Kerber von Platz Eins der Rangliste verdrängen können.

"Das gute Gefühl möchte ich mit ins Turnier nehmen und einen gebührenden Saisonabschluss hinlegen", sagte die 28-Jährige der Deutschen Presse-Agentur und schickte warnende Worte an ihre Konkurrentinnen hinterher: "Meine Motivation ist da, wo sie vor so einem Highlight sein sollte.

Das ist nun Kerbers vierter Auftritt beim Saisonhighlight des Damentennis. 2012, 2013 und 2015 endeten ihre Auftritte jeweils schon nach der Gruppenphase. Aber vermutlich war das dramatische Ende der letzten Tennis-WM der Startschuss für diese Bombensaison. Im letzten Spiel der Vorrunde gegen Lucie Safarova brauchte Kerber nur einen Satz, um sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Mit 4:6 und 3:6 war dann Schluss. Nie wieder werde ihr der Druck im Wege stehen, schwor sie sich anschließend. Kerber nahm sich vor, bei den vier Majors besser zu spielen und setzte ihre Ziele prompt eindrucksvoll um. Ihr Coup bei den Australian Open, ihr Triumph bei den US Open, ihr Sprung zur Nummer Eins, der Finaleinzug in Wimbledon und Olympia-Silber stehen nun, ein Jahr später, zu Buche.

"Sie wird damit für eine absolute Top-Saison belohnt. So ist sie vielleicht noch entspannter", erklärte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. Für das mit sieben Millionen Dollar dotierte Event sieht die Bundestrainerin ihren Schützling allerdings nicht als klare Favoritin. "Sie ist müde. Was jetzt noch kommt, ist absoluter Bonus."

Das Teilnehmerfeld

Beim WTA-Finale treten die acht bestplatzierten Spielerinnen im Ranking an. Sieben Spielerinnen haben ihren Startplatz für das Turnier in Singapur sicher: Angelique Kerber, Agnieszka Radwanska, Simona Halep, Karolina Pliskova, Garbine Muguruza, Madison Keys und Dominika Cibulkova. Nach der Absage von Serena Williams, aktuell die Nummer Zwei der Weltrangliste, ist noch ein Platz zu bergeben. Aktuell hat die Britin Johanna Konta als Weltranglisten-Neunte die besten Chancen, den letzten Platz bei den WTA-Finals zu ergattern. Den Platz streitig machen könnte ihr aber noch Svetlana Kuznetsova, sollte sie das derzeit noch stattfindende letzte Turnier vor den Finals in Moskau gewinnen.

Die acht Spielerinnen werden auf zwei Vierergruppen gelost. Die beiden Gruppenersten ziehen ins Halbfinale ein, wobei es die Gruppensiegerinnen mit der Zweitplatzierten der jeweils anderen Gruppe zu tun bekommen. Die Halbfinalsiegerinnen spielen um den mit sieben Millionen Dollar dotierten Titel.

Das sind die beiden Gruppen:

Rote Gruppe:

  • Angelique Kerber
  • Simona Halep
  • Madison Keys
  • Dominika Cibulkova

 

Weiße Gruppe:

  • Agnieszka Radwanska
  • Karolina Pliskova
  • Garbina Muguruza
  • Johanna Konta oder Svetlana Kuznetsova

Kerber-Matches live bei ARD und ZDF

ARD und ZDF werden die Matches der Deutschen live übertragen. Die genauen Übertragungszeiten und -sender stehen noch nicht fest.