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Fahrer des Jahres – Die Top 10 der Motorsportsaison

+++ Wir blicken auf die besten Rennfahrer des Jahres 2017 +++

Motorsport ist anno 2017 vielfältiger denn je, umso mehr sind die Piloten mittlerweile auch Spezialisten in ihren jeweiligen Rennserien. Da ist es nicht einfach, sich einen Überblick über die besten Piloten des Jahres zu verschaffen. Doch wir haben einmal den Blick quer durch verschiedene Rennserien geworfen und präsentieren euch hier die Top 10 des Jahres 2017, dabei kam es nicht ausschließlich auf die Anzahl der Siege an.

Maximilian Günther mit Prema-Race-Ingeneur Jean-François Levere

Platz 10 - Maximilian Günther – Formel 3

Auf dem zehnten Platz landet der drittplatzierte der diesjährigen Formel-3-Euroserie. Das mag auf den ersten Blick überraschen, denn für den 20-jährigen Maximilian Günther galt vor der Saison der Titelgewinn als klares Ziel.

Doch Günthers Prema-Team war in diesem Jahr nicht das Maß der Dinge in der Formel 3, zudem schien der Volkswagenmotor einen Hauch vor dem Prema-Mercedes-Aggregat zu liegen. Günther behielt dennoch die Nerven und lieferte, wenn es eben ging. Ein starker Saisonendspurt mit einem unbelohnten Auftritt in Macau zeigen aber, dass Günther derzeit das beste Nachwuchstalent aus Deutschland in Sachen Formelrennsport ist. Seine Klasse bewies der Deutsche immer wieder, wie etwa auf dem Hungaroring, als er bei Regen die Konkurrenz im Qualifying deutlich distanzierte.

Nach Testfahrten im DTM-Boliden von Mercedes testete Günther in Abu Dhabi erstmals einen Formel 2-Wagen und wusste auch hier zu überzeugen. Danach ging es nach Japan für Testfahrten in der Super Formula – der Weg des jungen Deutschen bleibt spannend und vielversprechend. Sein Jahr startet bereits am 14. Januar mit den ersten jemals stattfindenden Rookie-Testfahrten in der Formel E.

Platz 9 - Timo Bernhard – WEC

Der 36-jährige Timo Bernhard krönte sich zum Abschied von Porsche in der Saison 2017 erneut zum Weltmeister in der FIA WEC World Endurance Championship. Bereits 2015 errang er hier Weltmeisterehren mit dem Sportprototypen-Hybrid aus Zuffenhausen.

Der gebürtige Homburger ist einer der bodenständigsten Piloten in der Welt des Motorsports. Bernhard war von Beginn an Teil des Porsche-Projektes in Sachen Weltmeisterschaft und konnte mit seinen Teamkollegen insgesamt vier Siege in diesem Jahr einfahren, darunter auch die 24 Stunden von Le Mans, daher gehört Bernhard einfach in unsere Top 10.

Platz 8 - Lando Norris – Formel 3

Er gilt schon mit seinen 18 Jahren als der neue Shootingstar aus England. Lando Norris gewann in seinem ersten Jahr der Teilnahme bereits die Formel 3 Euroserie. Nachdem er 2016 gleich drei Formelserien gewinnen konnte, ist sein Weg jetzt als McLaren-Junior vorgezeichnet.

Erste Erfahrungen im Formel 2 durfte er schon sammeln, zudem saß er schon im Formel 1-Boliden von McLaren. Norris wird seinen Weg gehen, das hat diese Saison gezeigt. Die Konkurrenz in der Formel 3 war enorm, doch der Youngster siegte am Ende dennoch souverän.

René Rast

Platz 7 - René Rast - DTM

Mit 31 Jahren gilt man längst als gestandener Pilot. René Rast war in seiner Karriere bislang in jedem Auto schnell, was er bewegte. Vom Porsche Carrera Cup-Fahrzeug bis hin zum Audi GT3 bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring – Rast war und ist überall eine Bank.

In die DTM wurde er jedoch erst in diesem Jahr berufen. Der ältere Rookie im Feld fand sich mit zunehmender Dauer der Saison immer besser zurecht und schaffte das, was man nun wirklich nicht erwartet hatte. Rast raste zum DTM-Titel des Jahres und gehört daher mit zu unseren Top 10.

Platz 6 - Fernando Alonso – Formel 1

Auch wenn sein letzter WM-Titel schon über 10 Jahr her ist (2006) und sein letzter Grand Prix-Sieg aus der Saison 2013 stammt, anno 2017 bewies Fernando Alonso, dass er immer noch zu den Besten seines Fachs gehört.

Der 36-jährige Spanier quetschte aus seinem McLaren-Honda so manche Runde heraus, die für Staunen sorgte. Immer noch mit deutlichem PS-Manko gegenüber der Konkurrenz unterwegs, setzte er dennoch Ausrufezeichen.

Alonso absolvierte einen famosen Gastauftritt bei den 500 Meilen von Indianapolis, die er sogar anführen konnte und hat mit den 24 Stunden von Le Mans schon das nächste Ziel vor Augen. Sieglos, aber Alonso gehörte auch in dieser Saison zu den besten Piloten der Welt.

Platz 5 - Charles Leclerc – Formel 2

Der 20-jährige Monegasse dominierte in der Formel 2. Vor allem überzeugte er mit brillanten Aufholjagden und Überholmanövern. Der Ferrari-Junior erhielt als Belohnung nun ein Formel-1-Cockpit für 2018 beim Team von Sauber.

Nach der Meisterschaft in der GP3, der Serie unterhalb der Formel 2, hat Leclerc die in ihn gesteckten Erwartungen mehr als erfüllt. Seinen Namen werden wir in der Königsklasse in Zukunft noch oft hören.

Platz 4 - Mattias Ekström – DTM und Rallycross

Es gibt immer weniger Allrounder, die überall schnell sind. Mattias Ekström ist so einer und so lieferte der mittlerweile 39-jährige Schwede auch 2017 ein famoses Jahr ab.

Sowohl in der DTM, als auch in der Rallycross-WM ging Ekström an den Start und erreichte in beiden Meisterschaften den Vizerang. Dennoch muss man vor seiner Leistung den Hut ziehen. Der DTM-Titel glitt ihm zwar äußerst knapp aus den Händen, doch dass er 10 Jahre nach seiner letzten Meisterschaft so gut unterwegs war, zeigt sein Klasse. Zudem war er der einzige Pilot, der in der Rallycross-WM die Siegesserie der überlegenen Volkswagen Polo durchbrechen konnte.

Platz 3 - Max Verstappen – Formel 1

Der 20-jährige Niederländer sorgte in der Formel 1 für beste Unterhaltung. "Verstappen greift an" hieß auch sein Motto in dieser Saison.

Zwei Grand-Prix Siege erreichte er im Red Bull in diesem Jahr, danach sah es lange nicht aus, da er einige technisch bedingte Ausfälle hinnehmen musste. Doch Verstappen kann sich zumindest auf sein Talent verlassen, auch wenn manches Überholmanöver schon recht draufgängerisch war. Doch der Red Bull-Pilot hat sich entwickelt und ist zu einer festen Größe der Formel 1 geworden. Das Ziel heißt weiterhin Gewinn der Weltmeisterschaft und Max Verstappen ist auf dem besten Weg dorthin.

Platz 2 – Lewis Hamilton – Formel 1

Bei uns hat es nur zum zweiten Rang gereicht, doch in der Formel 1 war ihm am Ende sein vierter Titel nicht zu nehmen.

Lewis Hamilton lieferte eine famose Saison ab. Neun Grands Prix konnte er für sich entscheiden, die Kombination aus Mercedes und dem Engländer war meist unschlagbar. Seinen neuen Teamkollegen hatte er schnell im Griff, im Gegensatz zum Duell mit Rosberg in der Vergangenheit blieb die Stimmung im Team mit Valtteri Bottas immer gut.

Auf Fehler des Briten wartete man vergebens – 20 Rennen gab es in diesem Jahr, in 20 ist Hamilton auch ins Ziel gekommen. Diese Serie hält nun insgesamt schon 25 Rennen an, neben seiner Schnelligkeit ein weiterer Garant für den Erfolg.

Hamilton und Mercedes blieben in diesem Jahr die Messlatte in der Formel 1 und an dieser Kombination muss man auch in Zukunft erst einmal vorbeikommen.

Platz 1 - Sébastien Ogier – WRC – Rallye-Weltmeisterschaft

Unser Platz 1 mag überraschend sein, denn er geht an: Sébastien Ogier. Der Franzose, der im Dezember 34 Jahre alt wird, feierte in dieser Saison bereits seinen 5. WM-Titel in Folge.

Eine außergewöhnliche Leistung des Rallye-Fahrers, dabei waren die Voraussetzungen dafür 2017 erstmal auf dem Papier gar nicht so gut. Von 2013 bis 2016 dominierte Ogier gemeinsam mit Volkswagen die Rallye-Weltmeisterschaft und eilte von Sieg zu Sieg.

Nach dem Ausstieg von VW aus der Top-Kategorie der WRC war lange unklar, wo der Weg von Ogier hinführen würde, sogar von einer Zwangspause war die Rede. Doch die britischen Experten von M-Sport rund um Teamboss Malcolm Wilson schnürten ein echtes Überraschungspaket. Der selbst entwickelte Ford Fiesta-Bolide traf sich mit der Konkurrenz auf Augenhöhe. Die war mit Hyundai, Rückkehrer Toyota und Citroën stärker denn je, doch mit dem Duo aus Ogier und seinem Beifahrer Julien Ingrassia hatte man einen echten Trumpf am Steuer.

Nach nur kurzer Eingewöhnungszeit gewann der Franzose dann auch prompt den Saisonauftakt, der Sieg bei einem der Klassiker schlechthin war der Auftakt für den Weg zu Titel Nr. 5. Dem Sieg bei der Rallye Monte Carlo, der Monte, folgte zwar nur noch ein weiterer, doch Ogier ist nicht nur schnell, sondern auch unglaublich präzise. Während die Konkurrenten immer mal wieder im Graben landeten, war der Franzose stets eine Bank.

Bei der Rallye in Großbritannien sicherte sich Ogier im Oktober in einer der am härtesten umkämpften Rallye-Weltmeisterschaften seit Jahren vorzeitig den Titel, dafür hat er sich unsere Nr. 1 mehr als verdient.