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Rallycross-WM – Driften mit Elektroantrieb

+++ Die Weltmeisterschaft der Rallycross-Szene setzt ab 2020 auf Elektroantrieb +++

Die Rallycross-Weltmeisterschaft erlebte in den letzten Jahren einen enormen Auftrieb. Steigendes Interesse von einigen Herstellern, dazu spektakuläre und vor allem sehr kurzweilige Rennen begeisterten und begeistern immer mehr Zuschauer rund um den Globus.

Kurze Rennen und Tür an Tür-Zweikämpfe bieten ein Spektakel, was sich viele andere Rennserien im Motorsport nur wünschen können. So ist es kein Zufall, dass die Rallycross-WM die erste große Rennserie neben der Formel E ist, bei der der Elektroantrieb in Zukunft die entscheidende Rolle spielen wird.

Rallycross-Sport im Umbruch

Aktuell leisten die Supercars der neusten Generation um die 580 PS, angetrieben von Turbo-Triebwerken, die für einen unverkennbaren Sound und ein herrliches Knattern sorgen, wenn man sich die Fahrzeuge von Audi, Volkswagen, Ford oder Peugeot live anhört.

Rallycross ist ein besonderes Spektakel, bei dem sich die Piloten durch zahlreiche Qualifikationsläufe und ein Halbfinale kämpfen müssen, bevor insgesamt sechs Fahrer mit ihren Rallycross-Supercars im Finale in einer Handvoll Runden den Sieger ausmachen.

Doch der Sport steht mit dem Elektro-Umschwung vor gravierenden Änderungen. Anders als die Formel E, die von Anfang an als Elektro-Rennserie konzipiert war, ist die Rallycross-WM die erste Rennserie, die sich nun zur Abkehr von klassischen Aggregaten hin zum Elektroantrieb entschieden hat.

Rallycross WorldRX

Ab 2020 setzt man auf Elektro-Power

Noch in dieser und in der nächsten Saison werden die bewährten Turbomotoren eingesetzt. Dann heißt es aber Elektro-Zeit in der Weltmeisterschaft.

Die oberste Motorsportbehörde, die FIA, hat eine Ausschreibung durchgeführt, um einen Batteriezulieferer für die Jahre 2020 – 2023 zu finden. Zudem soll auch das Grundgerüst des neuen Rallycross-Supercars ein identisches Monocoque, also Fahrgestell sein. Die noch zu benennenden Anbieter für beide Lösungen müssen dann ein Paket zusammenstellen, auf dessen Basis dann die verschiedenen Hersteller ansetzen können.

Einige Bauteile sollen dann aber den Herstellern überlassen werden, um den Wagen auch weiterhin als den eigenen zu vermarkten. Künftig soll jede Achse der Fahrzeuge von einem Elektromotor mit 250 kWH angetrieben werde. Das Gewicht der künftigen Elektro-Supercars bleibt aber unverändert und beläuft sich weiter auf 1.300 kg.

WRX

Sportlicher Ablauf wie gemacht für Elektro

Wie kein Zweiter bietet der Rallycross-Sport aktuell im Motorsport auf dem Papier die besten Voraussetzungen für den Einsatz von Elektropower. Die Formel E stößt noch an die Grenzen der Batterieleistungsfähigkeit, von daher sind die kurzen Rennen bis hin zum Finale in der Rallycross-Szene ideal für solch eine Technik.

So ist es kaum verwunderlich, dass zunächst Audi und dann auch Peugeot ein verstärktes Werksengagement bekanntgaben. Audi geht mit dem Team EKS vom Ex-DTM-Champion und 2016er Rallycross-Weltmeister Mattias Ekström an den Start und auch bei Peugeot setzt man künftig ganz auf diese Form des Motorsports.

Von der Rallye Dakar hat man sich verabschiedet, um sich werksseitig in den nächsten Jahren ganz auf die Rallycross-WM zu konzentrieren. Mit Rallye-Rekordchampion Sébastien Loeb hat man dabei einen der besten Allrounder an Bord, den es überhaupt gibt. Im Hinterkopf haben aber auch die Franzosen die Elektro-Zukunft.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Hersteller die Szene für sich entdecken, am Thema Elektro kommt man einfach nicht vorbei und sei es zunächst nur aus Marketinggründen. Die aktuelle Fangemeinde ist aber vorsichtig ausgedrückt eher zwiegespalten, denn der unverwechselbare Sound gehört bis dato zum Spektakel für viele einfach dazu. Mittelfristig wird man sich aber an die Elektro-Rallycross-WM gewöhnen dürfen, so viel steht fest.

Einen ersten Prototypen, wie solch ein Fahrzeug aussehen könnte, den gibt es schon. Im folgenden Video gibt es einen ersten Eindruck wie die Elektro-Zukunft in der Welt des Rallycross klingen wird: