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Super Formula – Big in Japan

+++ Die japanische Rennserie kommt der Formel 1 sehr nahe und ist beim Nachwuchs äußerst beliebt +++

Die Super Formula ist die Top-Kategorie im Formelsport in Japan. Neben zahlreichen heimischen Piloten zieht die Serie schon seit einigen Jahren auch immer wieder europäische Fahrer an, die über die Rennserie den Weg in die Formel 1 gefunden haben.

Sieben Rennläufe absolviert die Serie jedes Jahr, dabei tritt man auf bekannten Strecken wie Suzuka, Fuji oder dem Twin Ring Motegi an.

Besser als die Formel 2?

Was macht die Super Formula aus und wo steht sie im Vergleich zu den europäischen Rennserien? Die Fahrer treten mit einem baugleichen, von Dallara angefertigten Chassis, zu den Rennen an. Die Boliden werden von Zwei-Liter-Turbomotoren angetrieben, die aus dem Hause von Toyota oder Honda kommen. Die Boliden rollen auf Yokohoma-Reifen und kommen mit rund 550 PS um die Ecke. Mit Fahrer müssen 660 Kilogramm erreicht werden.

Zum direkten Vergleich ein Blick auf den Formel 2-Boliden des Jahrgangs 2018. 720 Kilogramm Mindestgewicht mit Fahrer, der V6-Turbomotor soll an die 620 PS leisten. Der größte Unterschied liegt vor allem im Abtrieb, den die Fahrzeuge generieren. Zahlreiche Piloten, darunter auch der heutige McLaren-Fahrer Stoffel Vandoorne bestätigen, dass die Super Formula-Fahrzeuge deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten als die Formel 2 zulassen, somit schneller und auch anstrengender zu fahren sind. Der Belgier verglich nach seiner Zeit in Japan den Kurvenspeed eher mit der Formel 1.

Es lässt sich gut nachvollziehen, warum doch einige der heutigen oder ehemaligen Formel 1-Fahrer den Weg über Japan gewählt haben, um in die Königsklasse aufzusteigen.

Blick in die Historie – Auch Ralf und Michael Schumacher fuhren in Japan

Erst seit 2013 fährt man mit dem aktuellen Modell, bis 2012 lief die Serie unter dem Namen Formula Nippon und wurde auch international bekannter. Zwischen 1987 und 1995 trug man die Rennserie mit Formel 300-Fahrzeugen aus, davor machten vor allem japanische Piloten die Rennen unter sich aus.

Der erste Meister der Formula Nippon im Jahr 1996 war ein gewisser Ralf Schumacher, der damit den Sprung in die Formel 1 schaffte und seine Karriere im Folgejahr beim Team von Jordan Grand Prix starten konnte. Aber auch Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen waren vorher in der Zeit der Formel 300-Boliden hier schon mit am Start.

Eng mit der Super Formula verbunden ist auch der deutsche Andre Lotterer, der sich hier einen guten Namen machen konnte und immer vorne mit dabei ist. Das deutsche Ass, was in den letzten Jahren vor allem bei Audi und Porsche auf der Langstrecke glänzen konnte, gewann im Jahr 2011 die Meisterschaft.

Die letzten Jahre blieben die Titel zwar in japanischer Hand, doch schafften weitere Piloten über die Super Formula den Weg in die Formel 1. Stoffel Vandoorne war hier nach seinem Titelgewinn in der GP2 – heute Formel 2 – unterwegs und Pierre Gasly konnte sich mit starken Auftritten im Vorjahr seinen Platz in der Formel 1 bei Toro Rosso für 2018 sichern. Den Titelgewinn hatte der Red Bull-Junior noch vor Augen, doch dann musste das letzte Rennen wegen Unwetters abgebrochen werden.

Es gibt aber auch den im Motorsport ungewohnten Weg zurück. Der Japaner Kamui Kobayashi ist heute Toyota-Werkspilot und ging nach seiner Zeit in der Formel 1 hier wieder an den Start. Ihm gleich tat es Landsmann Kazuki Nakajima, ehemaliger Williams-Pilot.

Karrieresprungbrett Super Formula

Das alles zeigt den hohen Stellenwert der Rennserie, die zwar medial hier zu Lande wenig Beachtung findet, aktuell aber mit die beste Schule für die Formel 1 und eine weitere Karriere im Motorsport ist.

Gute Leistungen in Japan werden von den Verantwortlichen im Motorsport weltweit längst zur Kenntnis genommen, so dass die Serie immer wieder einigen Fahrern in Sachen Laufbahn gut getan hat. So auch Felix Rosenqvist, der talentierte Schwede empfahl sich hier für höhere Aufgaben und ist mittlerweile in der Formel E immer einer der Siegkandidaten.

Es wird sich auch 2018 lohnen, den Blick nach Japan zu werfen, denn vielleicht findet sich ja wieder einer, der über die Super Formula den Weg nach ganz oben schafft.