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US-Motorsport im Motodrom – NASCAR in Hockenheim

+++ Neues Event-Format feierte Debüt auf dem Hockenheimring +++

Spätestens mit dem angekündigten Mercedes-Ausstieg aus der DTM Ende 2018 steht die Serie vor einer mehr als ungewissen Zukunft. Trotz aller Durchhalteparolen sieht es derzeit recht düster aus beim Blick in die Zukunft

Nicht nur für die Akteure und Zuschauer stellt sich die Frage, wie und ob es mit der DTM weitergehen wird, sondern auch für einige Rennstrecken. Vor allem der Hockenheimring rückt hier in den Fokus, ist man doch traditionell Austragungsort des Saisonstarts und des Finales.

Da man im Badischen ebenfalls nicht weiß, wie die Zukunft der DTM aussehen wird, hat man sich in diesem Jahr schon einmal an Alternativen versucht:

Euro NASCAR – US-Flair zum Anfassen

Ende Juli gab zum ersten Mal der europäische Ableger der US-NASCAR, die EuroNASCAR, ihr Stelldichein auf der Traditionsrennstrecke. Die von einem 5,7 Liter V8-Motor angetriebenen Silhouetten-Fahrzeuge kommen dabei mit gut 400 PS um die Ecke. Elektronik und technische Fahrhilfen sind allerdings komplett Fehlanzeige. Ein 4-Gang Getriebe kommt noch ganz altmodisch als H-Schaltung daher.

Die Boliden unterscheiden sich lediglich durch unterschiedliche Fronten – Chevrolet, Toyota oder Ford Mustang stehen zur Auswahl, Chancengleichheit ist das oberste Gebot der Rennserie. Gewichtsanpassungen und ähnliches sucht man hier vergebens.

American Fan Fest – Zwischen PS und Burger

Mit der Veranstaltung ging man in Hockenheim ein Wagnis ein, doch die Idee fand Anklang. In etwa 10.000 Zuschauer kamen zur Premiere des 1. American Fan Fest. Dabei standen nicht nur die Rennen der europäischen NASCARs im Fokus, sondern man brachte ein buntes Rahmenprogramm an den Start, was es sonst sicher kaum zu sehen gib

Zahlreiche Dragster fanden sich ein und hüllten die Start-Ziel Gerade des Hockenheimrings das ein oder andere Mal in Rauchschwaden, Original NASCAR-Fahrzeuge aus den USA wurden ebenfalls auf den Asphalt geschickt. Im Fahrerlager gab es neben zahlreichen US-Muscle-Cars auch das entsprechende Essen. Mit dem Burger in der Hand schaut sich ein NASCAR-Rennen halt einfach besser.

Im Vergleich zu anderen internationalen Rennserien liegt man hier im Bekanntheitsgrad deutlich zurück, das steht außer Frage. Doch fernab der Marketingbudgets der großen Hersteller ist es ungleich schwerer, den Motorsport an den Zuschauer zu bringen

In Hockenheim fanden aber vor allem die Rennen der EuroNASCARs Anklang bei den Besuchern, so dass das Event nicht zum letzten Mal Gast im Motodrom war. Zimperlich ging es bei den vier Rennläufen nicht zu, manche Boliden brachten nach den ersten Runden so einiges an Kaltverformung und Auflösungserscheinungen mit sich.

Während viele Marken mittlerweile in die Formel E drängen, ist die EuroNASCAR eher eine Reise in die Vergangenheit. Doch damit trifft man den Nerv vieler Fans, die mit allerlei Elektrotechnik unter der Haube nicht viel anfangen können. Motorsport darf unvernünftig sein, der Auftritt von NASCAR-Fahrzeugen wusste zu überzeugen und der Hockenheimring hat im Falle des Falles auf jeden Fall ein Event in petto, was in der Zukunft in die Bresche springen kann.

Heimspiel für deutschen NASCAR-Nachwuchs

Mitten im Feld dabei war in Hockenheim auch der 20-jährige Justin Kunz. Der Nachwuchsfahrer aus dem badischen Appenweier feilt im Europa-Ableger der NASCAR weiter an seinem US-Traum. Dabei stand er bei seinem Heimspiel gehörig unter Druck.

Leider blieb dem Youngster der Besuch auf dem Podium verwehrt. Schnell war er, doch als er eine Durchfahrtstrafe erhielt, war der Traum eines Top-Resultates schnell ausgeträumt. Dennoch zeigte sich Kunz positiv überrascht vom Zuschauer-Zuspruch. Und er ist nicht der einzige, der nächstes Jahr wiederkommen wird.

EuroNASCAR in Hockenheim war Motorsport nach alter Schule, für den Hockenheimring ist es ein Event mit guten Zukunftsaussichten.