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BBL hält sich im Basketball-Machtkampf bedeckt

Die geplante Champions League spaltet die Verbände in Europa

Im europäischen Basketball tobt aktuell ein Machtkampf, der inzwischen nicht zu erwartende Ausmaße annimmt. Stein des Anstoßes ist, dass die FIBA-Europe den von der Euroleague veranstalteten Eurocup ins zweite Glied zurück versetzen will, um selber eine Champions League zu etablieren. Hierbei geht es um Geld und viel Einfluss im europäischen Basketball. Die FIBA-Europe lässt dabei die Muskeln spielen und sperrte vorläufig alle Verbände, deren Ligen in der nächsten Saison ausschließlich am Eurocup teilnehmen wollen. Besonders pikant: unter den über zehn Verbänden sind auch Europameister Spanien, Vize-Weltmeister Serbien und drei weitere Teams, die bei der Europameisterschaft 2015 unter die ersten sechs kamen. Bleibt es bei der Sperre, findet die Europameisterschaft 2017 ohne diese Mannschaften statt.

Unverhoffte Chance auf Rio

Darüber hinaus steht auch eine Sperre für die Olympischen Spiele in Rio im Raum. Auf Grund dieser Möglichkeit gab es beim DBB bereits eine offizielle Anfrage, ob die deutsche Auswahl als Nachrücker an einem olympischen Qualifikationsturnier teilnehmen würde. In diesem Falle gäbe es doch noch die eigentlich unmögliche Chance auf eine Teilnahme in Rio und selbst ein Comeback Dirk Nowitzkis wäre vorstellbar.

Wohl auch aus diesem Grunde verzichtete die BBL bisher auf eine Entscheidung. Bei einem Treffen zwischen BBL und den Teams gab es kein Ergebnis und die Frist, sich bis zum 20. April zu entscheiden, ist somit verstrichen.

Eine wirkliche Annäherung zwischen FIBA-Europe und der Euroleague ist schwer vorstellbar, allerdings ist es ebenso schwer vorstellbar, dass eine Europameisterschaft und auch das olympische Basketballturnier ohne die gesperrten Top-Teams stattfinden wird. Denn dies würde vor allem im Bereich Vermarktung hohe Einbußen für die FIBA mit sich bringen.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: Gettyimages