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Ohne Russland fahr’n wir (offiziell) zu Olympia

+++ Das IOC hat Russland von den Winterspielen in Südkorea ausgeschlossen; Athleten dürfen allerdings trotzdem teilnehmen +++

Die Diskussionen um systematisches und staatlich gesteuertes Doping in Russland waren in den letzten Wochen und Monaten omnipräsent. Nachdem immer mehr russische Sportler des Dopings überführt und gesperrt wurden, gab das IOC die finale Entscheidung bezüglich der Olympia-Teilnahme Russlands bekannt.

Demnach wird das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) gesperrt und somit darf das Land nicht an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen. Dies gilt allerdings nicht für alle Sportler, denn „unbelastete“ russische Athleten dürfen unter neutraler, olympischer Flagge an den Start gehen. In Südkorea wird es also keine russische Mannschaft, keine russische Flagge und keine russische Hymne geben, aber ein Komplettausschluss, wie von Anti-Doping-Kämpfern und vielen Sportlern immer wieder gefordert, bedeutet das gewiss nicht. Während IOC-Präsident Thomas Bach die möglichen russischen Teilnehmer als „Brücke“ in eine neue Zeitrechnung sieht, steht in Russland auch ein kompletter Boykott zur Debatte. Das staatliche Fernsehen reagierte bereits und kündigte an, auf Übertragungen der Olympischen Spiele zu verzichten.

Das Strafpaket wird durch eine 15-Millionen-Dollar-Geldbuße und die Suspendierung mehrerer Amtsträger, allen voran die des ehemaligen Sportministers und heutigen Vizepremier Witali Mutko, komplettiert. Mutko sei laut IOC-Bericht als zentralen Koordinator des Staatsdoping-Komplotts identifiziert worden. Ausgerechnet dieser Mann ist Putins Cheforganisator der im nächsten Jahr stattfindenden WM. Nachtigall ich hör dir trapsen...

Politische Gründe mitentscheidend?

Auch wenn es unbestritten ist, dass sich russische Sportler des Dopings bedient haben, so kann die Art und Weise der Aufklärung und die Manifestierung des „bösen Russen“ doch durchaus nachdenklich machen.

Angeschoben wurde der aktuelle Prozess durch den Whistleblower Grigorij Rodtschenkow, immerhin ehemaliger Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors. Dieser belastete das Sportministerium schwer.

Es stellt sich trotzdem die Frage, warum lediglich das Doping in Russland in einer solch intensiven und umfassenden Weise untersucht wird. Auch Länder wie beispielsweise Jamaika, Kenia und die USA sind in der Vergangenheit immer wieder durch Dopingfälle aufgefallen. Vielleicht hat diese Entwicklung ihre Ursache auch nicht im Sport, sondern in der Politik, denn seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges wird Russland von der westlichen Welt als Feindbild aufgebaut.

Um weiter sportlich zu bleiben, haben wir zur Steigerung der Vorfreude aller Wintersportfans ein Video mit allen Sportstätten, die uns in Pyeongchang erwarten: