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Finals 2019: Berlin will mit Mini-Olympia beeindrucken

Zehn Deutsche Meisterschaften in der Hauptstadt

Schon zweimal hat sich Berlin um die Austragung der Olympischen Spiele beworben. Doch sowohl für die Spiele 2000, als auch für 2024 zog die Hauptstadt wegen der explodierenden Kosten und der mangelnden Akzeptanz ihrer Bewohner den Kürzeren.

Dafür richtet Berlin jetzt die Mini-Olympiade aus! Am ersten August-Wochenende finden in der Metropole erstmals „Die Finals - Berlin 2019“ aus. Bei dem Multi-Sportevent werden binnen 48 Stunden gleich zehn Deutsche Meisterschaften ausgerichtet. Ein Großereignis, das bundesweit Schule machen soll.

Wir sind stolz darauf, dass Berlin erster Gastgeber dieses innovativen Konzepts sein wird. Das ist eine kleine Olympiade, eine Veranstaltung mit sehr hohem Stellenwert, sagte der Berliner Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki (SPD).

Spektakel rund um den Olympiapark

An den „Finals 2019“ beteiligen sich rund 3400 Sportler aus 155 Disziplinen, die im Bahnradsport, Bogensport, Boxen und Kanu, in der Leichtathletik, beim Modernen Fünfkampf, Schwimmen sowie Turnen, Triathlon und Trial ihre 194 Meister küren. Zu den Wettkämpfen werden bis zu 55.000 Zuschauer erwartet.

Hauptaustragungsort ist der Olympiapark, in dem die Leichtathleten (Olympiastadion), Bogenschützen (Maifeld) und Boxer (Kuppelsaal) ihre Besten ermitteln. Daneben werden für „Die Finals - Berlin 2019“ die weiteren großen Sportstätten Berlins wie die Max-Schmeling-Halle (Turnen), die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark sowie das Velodrom (Bahnrad) genutzt.

Alle Sportstätten existieren bereits und müssen nicht aufgerüstet werden. Das bringt auch volkswirtschaftlich einen Nutzen, betonte Berlins Sportsenator Andreas Geisel.

Kanuten starten auf der Spree

Ein Highlight wartet auf die Kanuten, die ihre Sprintwettbewerbe mitten auf der Spree an der Oberbaumbrücke unweit der weltberühmten East Side Gallery austragen. Auf einer 160 Meter kurzen Rennstrecke werden die Titel auf zwei und nicht wie üblich auf neun Bahnen vergeben. „Für einen Berliner Jungen wie mich ist das eine tolle Location vor einer schönen Kulisse“, sagte Kanu-Ass Ronald Rauhe bei der Vorstellung der „Finals 2019“ der dpa.

Vorbild für das neue Format sind die European Championships, die im vergangenen Jahr erstmals zeitgleich in Glasgow und Berlin stattfanden. Dabei wurden die Europameister in sieben Sportarten ermittelt. Anliegen war es, die Höhepunkte in den olympischen Sportarten zu bündeln, um Kosten in Grenzen zu halten und mehr mediale Aufmerksamkeit vor allem gegenüber des übermächtigen Fußballs zu erhalten. Nun ziehen also die Sportverbände auf nationaler Ebene nach.

Es ist ein Experiment. Die European Championships haben funktioniert, jetzt kommen die Finals in Berlin – wenn die auch glücken, können wir uns danach noch einmal unterhalten, sagte Weltklasse-Speerwerfer Thomas Röhler.

An der fehlenden TV-Präsenz sollen die „Finals 2019“ jedenfalls nicht scheitern. ARD und ZDF übertragen in Gemeinschaftsproduktion 20 Stunden live. Auch im Internet wird es Livestreams aller Wettbewerbe geben. „Da wir fast alles selbst produzieren müssen, sind es für uns vom Aufwand her über-olympische Dimensionen“, betonte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Das Land Berlin lässt sich die Multi-Meisterschaft rund drei Millionen Euro kosten.

Die Finals leisten einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt der Sportmetropole Berlin. Wir werden das neue Format bestmöglich unterstützen: ideell, organisatorisch und finanziell, sagte Sportsenator Geisel.

Sollten die „Finals 2019“ ein Erfolg werden, könnte die Veranstaltung womöglich auch andere Großstädte wie München, Hamburg oder Köln für eine Austragung begeistern. Nachteil: Kleinere Städte, die bislang nur eine Deutsche Meisterschaft ausrichteten, könnten künftig leer ausgehen.

Die Finals - Berlin 2019
Werbeplakat für die Finals 2019.