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Lance Stroll – mehr als nur Papas Liebling?

Milliardärs-Sohn mit erstem Podiumsplatz in der Formel 1

Lance Stroll ist hinter Max Verstappen der zweitjüngste Formel-1-Debütant aller Zeiten und seit dem Wochenende hinter selbigem auch der zweitjüngste Fahrer, der je ein Formel-1-Rennen auf dem Podium beendete. Um ein Haar wäre der 18-Jährige sogar auf Rang zwei gelandet, doch auf der Zielgeraden wurde der Kanadier noch von Valtteri Bottas überholt.

Einem katastrophalen Saisonbeginn mit drei Ausfällen in drei Rennen folgte nun nach den ersten WM-Punkten beim Heim-GP in Montreal der vorläufige Höhepunkt der Karriere.

Auf dem ersten Blick wirkt es, als wäre Stroll einfach nur ein sehr talentierter Fahrer, doch neben Talent wurde ihm auch eine Menge Geld mit in die Wiege gelegt. Sein Vater und Mode-Tycoon Lawrence Stroll hat durch seine Geschäfte ein Vermögen von über 2,5 Milliarden US-Dollar angehäuft. Einen nicht unerheblichen Teil dieses Geldes investierte er bereits in die Karriere seines Sohnes. Um seinem Sohn noch weitere Testfahrten zu ermöglichen, mietete er in der letzten Woche die Rennstrecke in Austin. Mit diesen zusätzlichen Testfahrten sollte der Filius sich weiter in einem Formel-1-Auto einleben. Wie wir nun wissen mit Erfolg.

Bezahlfahrer vs. Supertalent

In der Vita des 18-Jährigen stehen zweifelsohne schon einige Erfolge. Unter anderem gewann er 2014 die Italienische Formel 4, 2015 die Toyota Racing Series und 2016 die Europäische Formel 3 (mit fast 200 Punkten Vorsprung vor dem diesjährigen Topfavoriten Maximilian Günther), doch stehen seine Erfolge auch immer in Verbindung mit dem Geld seines Vaters. Dieser übernahm kurzerhand das Prema Powerteam, für das sein Sohn in der Formel 4 und später in der Formel 3 an den Start ging.

Bevor der Formel-1-Vertrag bei Williams unterschrieben wurde, engagierte sich Vater Lawrence mit bis zu 80 Millionen Euro als Sponsor. Aus diesem Grunde wurde Lance Stroll von vielen lediglich als ein weiterer Bezahlfahrer angesehen. Doch spätestens seit dem Wochenende steht fest, dass der 18-Jährige vielleicht doch mehr kann. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen überstand er den schwierigen Stadtkurs in Baku und profitierte von den Fehlern der Konkurrenz vor ihm. Für so einen Kurs ist seine defensive Fahrweise (kein einziges Überholmanöver während des Rennens) sicher das richtige, doch bei den kommenden Kursen muss er zeigen, dass er seinen Platz auch wirklich fahrerisch verdient hat, denn den Großteil seiner ganzen Karriere lebte er von den schier unerschöpflichen Geldreserven seines Vaters. Letztendlich wird Stroll seinen Kritikern beweisen müssen, dass er nicht nur ein Bezahlfahrer sondern tatsächlich ein Supertalent ist.