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Russische Tennis-Queen vor Comeback

Marija Scharapowa startet beim WTA-Turnier in Stuttgart

Es ist knapp zehn Monate her, als die russische Tennisspielerin Marija Scharapowa die Tennis-Welt auf ihrer Pressekonferenz schockte. Die 28-Jährige gestand, dass sie bei den Australien Open positiv auf die Substanz Meldonium getestet wurde. Dieser Wirkstoff war erst seit Januar 2016 auf der Doping-Liste und Scharapowa versicherte glaubhaft, dass sie bereits seit gut zehn Jahren Medikamente mit diesem Wirkstoff eingenommen hatte. Letztendlich sei sie nicht darüber informiert gewesen, dass die ausdauer- und konditionssteigende Substanz verboten worden war. Da Unwissenheit bekanntlich nicht vor Strafe schützt, wurde die 1,88m-große Russin trotzdem rückwirkend zum 26. Januar 2016 für zwei Jahre gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof verringerte die Strafe in einem Revisionsprozess auf 15 Monate.

Nun gab die ehemalige Nummer eins der Welt bekannt, dass sie beim WTA-Turnier in Stuttgart ihr Comeback geben wird. Hierfür gibt es von den Veranstaltern eine Wildcard. Somit bestreitet Scharapowa unmittelbar nach Ablauf der Sperre ihr erstes Match.

Dopingstrafe wirkt kaum abschreckend

Auch wenn die Doping-Affäre der 28-Jährigen sicherlich einige Sponsorengelder gekostet hat, wirkt ihr Beispiel kaum abschreckend. Dass eine Doping-Sünderin sofort nach Ende ihrer Sperre mit offenen Armen empfangen wird und eine Wildcard bekommt, die ein ehrlicher Sportler viel eher verdient hätte, hat einen faden Beigeschmack.

Letztendlich zieht der Name Scharapowa allerdings noch viele Fans an und die Organisatoren von Stuttgart wünschen sich mit Sicherheit das große Finale zwischen der dreimaligen Siegerin aus Russland und der Siegerin der beiden letzten Jahre. Das ist nämlich keine geringere als Angelique Kerber.
Es wird spannend zu beobachten sein, wie schnell sich Scharapowa wieder in der Weltspitze etablieren kann und wie die Fans auf sie reagieren. Bei den French Open wird sie auf jeden Fall mit dabei sein. Dort liegen ihre besten Erinnerungen, denn da holte sie 2014 den letzten ihrer bisher fünf Grand-Slam-Titel.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: GettyImages