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Vier von sieben Bergsteigern fanden den Tod

Die Erstbesteigung auf den Gipfel des Matterhorns jährte sich 2015 zum 150. Mal

Edward Whymper war fest entschlossen, der erste Mensch zu sein, der den Gipfel des Matterhorns besteigt. Bis zu jenem schicksalhaften Tag galt der Berg als unbezwingbar. Unzählige Mythen rankten sich um diesen todbringenden Giganten der Alpen. Doch Edward Whymper interessierte das Gerede nicht. Er probierte über Jahre verschiedene Routen aus, bis er schließlich glaubte einen Weg auf den Gipfel gefunden zu haben.

Wettkampf der Briten gegen die Italiener

Es war der 14. Juli 1865 als sich Whymper mit sechs weiteren Bergsteigern auf den Weg machte. Er hörte, dass sich eine Gruppe Italiener ebenfalls Hoffnungen auf die Erstbesteigung machte und soeben aufgebrochen war. Damit die Mühen der vergangenen Jahre nicht umsonst waren und er der erste auf dem Gipfel ist, stellte er überstürzt seine Mannschaft zusammen. Zu seiner 7er-Seilschaft gehörten der Bergführer Michel Croz, Reverend Charles Hudson, Lord Francis Douglas, Douglas Robert Hadow und der Bergführer Peter Taugwalder mit seinem Sohn.

Der Gipfel ist zum Greifen nahe

Tatsächlich zeigte sich schnell, dass Whympers Route gut zu bewältigen war. Die Briten kamen mit ihrem französischen Bergführer erstaunlich schnell voran. Ihr Weg führte sie über den Hörnligrat über die Schulter und letztendlich entlang der Nordwand. Oben angekommen rannte Edward Whymper sofort los, sodass er der erste auf dem Gipfel des Matterhorns war. Seine Truppe war schneller als die Italiener, die 400 Höhenmeter unter ihnen kletterten. Doch nur eine Stunde später sollte sich der Triumph in ein Drama verwandeln.

Edward Whymper besiegte das Matterhorn
Erster Mensch auf dem Matterhorn: Edward Whymper © iStock

Das Drama am Berg nimmt seinen Lauf

Douglas Hadow war unerfahren und hatte mit dem Bergsteigen nicht viel am Hut. Kurz nachdem die Mannschaft mit dem Abstieg begann rutschte er aus und riss drei weitere Männer mit in den Abgrund. Edward Whymper und Vater und Sohn Taugwalder mussten mit ansehen, wie das Seil riss und einer nach dem anderen in die Tiefe stürzte. Nach dieser Tragödie schafften es die übrigen zurück ins Tal und konnten dort sofort eine Rettungsaktion einleiten. Doch jede Hilfe kam zu spät. Auf dem Matterhorngletscher fand man die Leichen von Croz, Hudson und Hadow. Lord Francis Douglas wurde bis heute nicht gefunden.

Spott und Häme

Trotz des Todesdramas am Matterhorn galt Whymper fortan als bester Bergsteiger seiner Zeit. Bergführer Taugwalder sah sich hingegen mit bösartigen Vorwürfen konfrontiert und lebte bis zu seinem Tod vollkommen zurück gezogen.