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Segel-Legende Paul Elvstrøm im Alter von 88 Jahren verstorben

Der Däne prägte den Segelsport wie kein Zweiter. Nun starb er in seinem Haus in Hellerup.

Der Status "Legende" wird heutzutage gern etwas vorschnell vergeben. Auf den dänischen Segler Paul Elvstrøm trifft diese Beschreibung aber genau ins Schwarze. Als einer der ersten Segelprofis ging er in die Geschichte des Wassersports ein. Nun starb er am 7. Dezember im Alter von 88 Jahren in seinem Geburtsort Hellerup nahe der Hauptstadt Kopenhagen im Kreise seiner Familie.

1948 startete der gelernte Maurer im Alter von 20 Jahren erstmals bei den Olympischen Spielen in London und gewann auf Anhieb Gold im Firefly. Es folgten drei weitere Goldmedaillen bei den folgenden drei Spielen. 1988 nahm er mit 60 Jahren zum achten und letzten Mal an Olympia teil. Vier olympische Goldmedaillen und 15 WM-Titel in acht verschieden Bootsklassen sind die Erfolge einer unvergleichlichen Segelkarriere. Seit 1992 ist er daher Mitglied in der Hall of Fame des dänischen Sports und wurde 1996 zum Sportler des Jahrhunderts in seinem Heimatland ernannt.

Auch wenn Filmmaterial im Segelsport aus seiner Zeit selten und das Video in dänischer Sprache ist, zeigt es ein gutes Bild vom Sportler Paul Elvstrøm.

Regelkundler, Erfinder, Sportsmann

Paul Elvstrøm hatte stets den Ehrgeiz, das Beste aus sich uns seinem Boot herauszuholen. Aus diesem Grund erfand er immer wieder Dinge, die das Segeln schneller machten und ihm so einen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten verschafften, wie beispielsweise den Baum-Niederholer. Dies geschah oftmals an der äußersten Grenze der Regeln und zog nicht selten Proteste nach sich, so wie 1959, als er seinen Finn aktiv nach vorne pumpte. Bis heute sind seine Erfindungen Elvstrøm-Knarrblock, Selbstlenzer und Regatta-Schwimmweste im Segelsport weit verbreitet.

Über den eigentlichen Segelsport hinaus veröffentlichte der Däne zahlreiche Bücher, die sich sowohl mit dem Regelwerk als auch mit den Grundlagen der Segeltaktik befassten. Als Bootsdesigner und Segelmacher machte er sich ebenfalls einen Namen.

Trotz aller sportlicher Erfolge bleibt seinen Weggefährten vor allem der bescheidene Mensch im Gedächtnis. Sein Grundsatz: “Wenn man auf dem Weg zum Sieg den Respekt der Gegner verliert, hat man nichts gewonnen.” kann als Leitlinie für jeden sportlichen Wettkampf gelten.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: GettyImages