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„Coco“ verblüfft die Tennis-Welt

Die erst 15-jährige Cori Gauff erreicht beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon sensationell das Achtelfinale

Die Tennis-Welt spielt verrückt! Mit Cori Gauff, gennant „Coco“, geht gerade ein neuer Stern am Tennis-Himmel auf. Die erst 15-jährige US-Amerikanerin spielte sich nicht nur sensationell bis ins Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon vor, sondern eroberte mit einem Schlag die Herzen der Fans.

„Sie ist das große Thema in ganz Amerika, rund um die Welt“, sagte Tennis-Legende John McEnroe. Ex-Profispielerin Chris Evert fügte an: „Sie ist von Null auf Hundert in die Höhe geschnellt. Das ist der absolute Wahnsinn.“ „Ein Star ist geboren", schrieb Tennis-Legende Martina Navratilova. Und selbst die frühere First Lady, Michelle Obama gratulierte auf Twitter:

Coco ist fantastisch,Ex-First Lady Michelle Obama.

Cori Gauff vs. Venus Williams: Teenie bezwingt ihr Idol

Bis vor kurzem konnten die wenigsten Tennis-Experten mit dem Namen „Coco“ Gauff etwas anfangen. Ende Juni stieg die Teenagerin nur dank einer Wildcard in die erste Qualifikationsrunde des Rasen-Klassikers ein. Nach drei blitzsauberen Siegen stand die junge Afro-Amerikanerin plötzlich im Hauptfeld und traf dort ausgerechnet auf ihr Idol: Landsfrau Venus Williams. Die mittlerweile 39-jährige 14-malige Grand-Slam-Siegerin hat zwar ihre besten Tage hinter sich, unterlag aber der Nummer 313 der Welt überraschend klar mit 4:6, 4:6.

Ich lebe meinen Traum im Moment. Ich konnte gegen meine Heldin spielen. Ich hätte niemals geglaubt, so weit zu kommen,sagte die Aufsteigerin, die die jüngste Siegerin eines Matches in Wimbledon seit 1991 war, über ihr erstes Grand-Slam-Spiel.

Doch die wunderbare Reise des US-Girls war noch längst nicht zu Ende. Nach weiteren Siegen gegen die Slowakin Magdalena Rybarikova und einem schwer erkämpften Drei-Satz-Erfolg gegen die Slowenin Polona Hercog, musste sich das Supertalent erst im Achtelfinale der Rumänin Simona Halep (27) mit 3:6, 3:6 geschlagen geben.

Ist Cori schon so gut wie Becker und Hingis?

Trotzdem erinnert das „Wunderkind von Wimbledon“ schon jetzt an ihre legendären Vorgänger: Boris Becker gewann das Turnier von Wimbledon 1985 als erster ungesetzter Spieler im Alter von 17 Jahren. Jennifer Capriati war 14, als sie bei ihrem Grand-Slam-Debüt 1990 in Paris bis ins Halbfinale stürmte. Und Martina Hingis krönte sich 1997 als 16-Jährige zur jüngsten Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts. Die Schweizerin (heute 38) in BILD: „Schon bei den Junioren hat es sich bewiesen, dass sie ihrer Zeit voraus ist. Sie ist diszipliniert, taktisch sehr gut. Sie hat ein unglaubliches Repertoire.“

Der kometenhafte Aufstieg von Cori Gauff ist jedoch kein Zufall. Ihr Vater, ein ehemaliger Basketballer, erkannte früh das Talent der Tochter, die schon mit vier Jahren erstmals den Schläger in der Hand hielt. Um ihrem Kind bessere Trainingsbedingungen zu bieten, zogen die Eltern extra von Atlanta nach Miami. Dort trat „Coco“ in die Fußstapfen der Williams-Schwestern und wurde von deren Coach trainiert. Seitdem ging es steil bergauf. Vor einem Jahr gewann Gauff, die von der Agentur von Roger Federer vermarktet wird, das Juniorenturnier der French Open, eine Woche zuvor hatte sie ihr Profi-Debüt in Osprey, Florida, gegeben – mit 14.

Jetzt, nach dem Sieg über Venus Williams, scheint sich der Kreis zu schließen. Kein Wunder, dass viele Tennis-Experten und Ex-Spieler in „Coco“ die nächste Nummer 1 der Welt und sogar die neue Steffi Graf sehen. „Alles fügt sich nun zusammen, das ist der Beginn ihrer Profikarriere“, sagte ihre Mutter Candi, eine ehemalige Leichtathletin. Angst, dass ihre Tochter dem frühen Hype um ihre Person nicht gewachsen sein könnte, haben die Eltern nicht. „Wir achten penibel darauf, dass ,Coco’ nicht verheizt wird. Es gab genügend Fälle von Spielerinnen, die nach einem kometenhaften Aufstieg schnell die Lust am Tennis verloren“, sagt Vater Corey Gauff. Es wäre dem sympathischen Tennis-Sternchen zu wünschen!